Im Zweifel für die Ayatollahs

Nach vielem Gewürge kommt der Knut Mellenthin dann doch noch zur Sache, wenn auch mit vielen Wenn’s und Aber’s:

Iran in seiner derzeitigen Verfasstheit ist kein Bündnispartner der westlichen Linken, kann und will es auch gar nicht sein. Aber umgekehrt hat die Linke eine Verpflichtung und zugleich ein eigenes Interesse, zum Streit zwischen den USA und ihren Verbündeten einerseits, Iran andererseits, klar Position zu beziehen. Verpflichtung auch deshalb, weil die feindselige Politik der Bundesregierung gegen Iran uns keine Neutralität und keine Halbherzigkeit erlaubt.

Anders stellt sich die Sache im größeren internationalen Maßstab dar. Iran ist sehr wohl ein wichtiger, unumstritten anerkannter Bündnispartner aller Länder, die unter Führung von mehr oder weniger »antiimperialistischen« Regierungen darum kämpfen, ihre außenpolitische und wirtschaftliche Unabhängigkeit gegen die Ansprüche und Einmischungsversuche der USA zu behaupten. In der Bewegung der Bündnisfreien (Non-Aligned-Movement, NAM) spielt Iran eine wesentliche, grundsätzlich positiv zu bewertende Rolle. Dieser Gruppe gehören mindestens 120 Staaten an, also die Mehrheit aller Mitglieder der Vereinten Nationen.

Klang alles auch schon besser und kämpferischer. Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts scheint  etwas zu schwächeln nach der ersten Dekade des 21.Jahrunderts.

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