Haben Sie das Foto der Iranerin Sakineh gesehen – ihr schmales Gesicht, eingerahmt vom schwarzen Tuch eines Schleiers? Es ging diesen Sommer um die Welt und zeigt eine 43-jährige Witwe, die gesteinigt werden sollte. Der nicht bewiesene Vorwurf: unerlaubter Geschlechtsverkehr. Das iranische Strafgesetz legt fest, welche Steine zu verwenden sind: Sie müssen groß genug sein, um den Tod herbeizuführen, und klein genug, um ihn qualvoll hinauszuzögern.
Sakinehs Foto ging um die Welt, weil ihre 17-jährige Tochter und ihr 22-jähriger Sohn mutig für sie kämpften. Ihr Appell: „Rettet unsere Mutter!“ fand Resonanz. Der britische Außenminister sprach von einer „mittelalterlichen Bestrafung“, sein französischer Kollege geißelte die Steinigung als „Verstoß gegen das Weltgewissen“ und Hillary Clinton kritisierte sie als einen „barbarischen und widerlichen Akt“.
In Berlin allerdings blieb es ruhig. Verdächtig ruhig. Außenminister Westerwelle und Tom Koenigs, der Menschenrechtsbeauftragte des Bundestages, äußerten sich nicht.





