Honestly Concerned mit Auszügen aktueller Meldungen zum Thema Iran aus seinem täglichen Nahost-Newsletter.
Stand: 9. Dezember 2010
http://www.honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=IR85610&Category=ir&Subcategory=18
Honestly Concerned mit Auszügen aktueller Meldungen zum Thema Iran aus seinem täglichen Nahost-Newsletter.
Stand: 9. Dezember 2010
http://www.honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=IR85610&Category=ir&Subcategory=18
Den P5 + 1 Verhandlungen steht eine lichte Zukunft bevor:
“Iran is not supposed to negotiate its nuclear rights defined under the NPT (Nuclear Non-Proliferation Treaty) with the P5+1,” said Chairman of the Parliamentary (Majlis) Committee on National Security and Foreign Policy Alaeddin Boroujerdi, Mehr news agency reported Wednesday. (…)
Boroujerdi reiterated that the Iranian nuclear issue was practically solved, adding that the West needed to admit to Iran’s access to nuclear know-how.
Iran and the P5+1 ended two-day multifaceted negotiations in Geneva on Tuesday, with both sides agreeing to hold the next round of talks in the Turkish city of Istanbul in late January.
Behaupt diese Frau (links) die Unwahrheit?
Offensichtlich beflügelt von Wikileaks droht die „Islamische Republik Iran“ nun damit, Originaltöne zum Mittel der Diplomatie zu erheben. Man fühlt sich nämlich nicht ehrlich behandelt. Und in diesem Fall, man wird es aussprechen müssen, ist der Iran womöglich der glaubhaftere der Opponenten.
In Teheran sind die jüngsten, etwas kurzen Atomgespräche mit den „5 plus 1-Mächten“ bereits als „großer Sieg“ gepriesen worden. Ein iranischer Parlamentarier brachte es so auf den Punkt: „Iran’s logic overwhelmed the talks“. Man habe nämlich, so die iranische Lesart, wie im Vorfeld bereits angekündigt, über alles mögliche geredet – nur nicht über das iranische Atomprogramm.
Cathrin Ashton hatte allerdings in einer Pressemiteilung behauptet: „We have had nearly two days of detailed substantive talks, focusing on the Iranian nuclear program and the need for Iran to comply with its international obligations.“
Die Iraner drohen nun mit der Veröffentlichung der Gesprächsmitschnitte, falls Ashton das nicht zurücknimmt. Worüber also wurde in Genf gesprochen? Den Rest des Beitrags lesen »
Das Larijani-Lager gegen das Mahmoud-Lager in einer Diskussion über Unabhängigkeit der Justiz und Korruption. Die unfreiwillig komischen Aspekte von dem, was sie so von sich geben, die werden ihnen wohl kaum bewußt sein. Wenn es nur nicht um echte Menschen ginge, die unter diesen Menschenverächtern real leiden müßten.
Ayatollah Larijani [der Justizchef] made the remarks on Wednesday in response to an MP, who recently said that all judges receive bribes.“We do not deny the existence of corruption” because humans are fallible, but it is not fair to say all judges are corrupt and that lawmaker should present his evidence to prove his claims, he added.
Ayatollah Ahmad Jannati, the Guardian Council secretary, recently said the Judiciary does not cooperate with the police in many cases. Ayatollah Larijani said that a police officer is not a judge and making judgments has always been the responsibility of the Judiciary.
It is unfortunate that some of the country’s high-ranking officials express their views based on what they read in newspapers, he added. “We know that there are some problems in the judicial system, but the Judiciary and the administration should not be undermined,” he stated.
The Judiciary chief also said all sex offenders and armed robbers should be aware that their crimes will be considered moharebeh (enmity against God) and within one month, their dossiers will be examined and they will undoubtedly be hung.
via Mehr News
Die Reporter ohne Grenzen melden:
China’s brutal suppression of ethnic journalism and Iran’s sustained crackdown on critical voices have pushed the number of journalists imprisoned worldwide to its highest level since 1996, the Committee to Protect Journalists said in a new report. In its 2010 census of imprisoned journalists, CPJ identified 145 reporters, editors, and photojournalists behind bars on December 1, an increase of nine from the 2009 tally.
Besteht da etwa ein Zusammenhang? Im Iran sitzen zwei deutsche Geiseln im Knast, um deren Schicksal man sich in Deutschland – zumindest öffentlich – herzlich wenig kümmert.
Derweil überbieten sich Parlamentarier, Bischöfe, Journalisten und nun auch Vertreter der Regierung, sich aber sowas von beim Iran einzuschleimen:
A German foreign ministry official called for deepening of cultural cooperation with the Islamic Republic of Iran.
Addressing The First Symposium on Hafez in Berlin Friday evening, Anne-Kristin Linke stressed the recent visit by members of the cultural committee of the German Parliament to Iran was a ‘signal’ for intensifying cultural ties between both countries.
She urged boosting bilateral cooperation in the academic, educational and artistic fields.
Das meldet Irna, das German Global Trade Forum informiert über die geladenen Ehrengäste:
Ehrengäste des Symposiums waren auf politischer Seite auch politische Schwergewichte: S.E. Esfandiyar Rahm Mashaii, stellvertretender Präsident und eine der – wenn nicht die – Zukunftsgrößen des Iran, Irans Botschafter Ali Reza Sheikh Attar, Sharif Melekzadeh, Generalsekretär des Obersten Rates der im Ausland lebenden Iraner.
(Auf der Homepage dieses Forums darf auch Ahmedinejad-Gratulant Jürgen Elsässer auf seine „Fakten zum Iran“ präsentieren. Die Welt ist doch klein)
Wenn MdB der Linken Frau Annete Groth mal weder auf dem Frauendeck en Route Gaza reist oder an Konferenzen zur Endlösung der Israelfrage partizipiert, dann erzählt sie vor dem Bundestag sowas:
„Die Fraktion Die Linke wird sich nicht an Ihrer Debatte über die Achse
des Bösen beteiligen. Die Todesstrafe im Iran ist genauso barbarisch wie
die Todesstrafe in China oder den USA. (…)
Wollen Sie sich für Frau Aschtianis Recht auf Leben einsetzen, oder benutzen Sie sie, um einmal richtig gegen den Hort des Bösen, den menschenfeindlichen Islam, vom Leder ziehen zu können? Wir lehnen es ab, unseren Appell gegen die Todesstrafe für außenpolitische und geostrategische Machtinteressen instrumentalisieren zu lassen. (…)
Warum schreien Sie nicht auf, wenn unzählige Kinder und Frauen bei dem israelischen Krieg gegen den Gazastreifen ums Leben kommen? Den Rest des Beitrags lesen »
Die Gespräche über das iranische Atomprogramm sind auf Ende Januar vertagt worden. Die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland werden dann mit Vertretern des Irans in Istanbul weiterverhandeln, wie die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton am Dienstag nach zweitägigen Verhandlungen in Genf mitteilte.
Morgen ist „Studententag“ im Iran und damit Jahrestag einer der Demonstrationen vom letzten Jahr.
Mag bar diktator!
Honestly Concerned mit Auszügen aktueller Meldungen zum Thema Iran aus seinem täglichen Nahost-Newsletter.
Stand: 5. Dezember 2010
http://www.honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=IR85410&Category=ir&Subcategory=18
Auch wenn’s wohl eher nicht dazu kommt, passen würde es: Der notorische Antiimp Maradona als Trainer der iranischen Fussballnationalmannschaft.
Even though it appears unlikely that Diego Maradona will take over as head coach of Iran’s national side, the country’s president Mahmoud Ahmadinejad has fuelled speculation that the former Argentina gaffer could take over as Iran boss after all.
Iranian daily Ebtekar came out with the headline: „President Ahmadinejad: Maradona might be head coach of the national team“ on Monday after the Iranian president nodded his head when asked about reports of Maradona becoming Iran’s new head coach.
Nevertheless, FFIRI president Ali Kaffashian previously already downplayed the possibility of Maradona taking over as Iran coach.
„He is not coming to Iran to coach but to visit, since he had previously shown interest in seeing Iran and meeting with Mr Ahmadinejad,“ the FFIRI president was quoted as saying by the ILNA news agency.
Mahmoud entdeckt seine Liebe für die alten Perser, die arabischen Golfstaaten wollen den Golf umbenennen, Hamas-Nasrallah kennt keine Iraner mehr, sondern nur noch Araber, und seit Wikileaks darf es noch jeder Nahostexperte wissen: untereinander mag man sich noch weniger als alle zusammen den Juden.
Aber steht jetzt die Region da wie Europa vor dem ersten Weltkrieg oder ist das alles nur ein müder Versuch auf Nationalismus zu machen, weil sonst auch gar nichts mehr geht?
Ein lesenswerter Beitrag über die Hintergründe des nationalistischen Revivals:
Farideh Farhi, formerly a research affiliate at the Institute for Political and International Studies in Tehran and now at the University of Hawaii, does not believe Ahmadinejad’s espousal of Iranian identity will be an automatic winner. Den Rest des Beitrags lesen »
Matthias Küntzel im Perlentaucher:
„Wenn niemals Du in Sorge um den andern brennst, verdienst du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.“ Ruprecht Polenz (CDU), der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, hat diese Worte des persischen Dichters Saadi (1190-1283) während der jüngsten Irandebatte des Deutschen Bundestages am 2. Dezember 2010 zitiert. Anlass dieser Debatte war die mögliche Hinrichtung der Iranerin Sakineh Ashtiani sowie das Schicksal der deutschen Journalisten Hellwig und Koch, die über Sakineh vor Ort recherchiert hatten und deshalb verhaftet worden sind. Der Bundestag beschloss im Anschluss an diese Debatte eine interfraktionelle Erklärung mit dem Titel: „Menschenrechtslage im Iran verbessern“ (hier als pdf-Dokument), die bei den Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und von Bündnis90/Die Grünen auf einhellige Zustimmung stieß. Es hat mich schon überrascht, wie wenig die Medien über diese Bundestagsdebatte berichteten – obwohl es auch um die Lage zweier Berufskollegen ging. Von „brennender Sorge“ kann derzeit keine Rede sein.
Teheran hat indessen seine Bereitschaft angekündigt, bei dem Treffen in der Schweiz über eine Vielzahl international interessierender Fragen zu diskutieren. Irans Nuklearenergieprogramm, zu dem das Land als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags berechtigt sei, werde in Genf jedoch nicht zur Diskussion stehen. Während einer Konferenz in Teheran rief Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Sonnabend die Politiker des Westens auf, »diese einmalige Gelegenheit«, miteinander in einer umfassenden Dialog einzutreten, »nicht zu verschwenden«.
Ist das nicht eine prima Gelegenheit mal so über alles, was die Welt außer dem iranischen Nuklearprogramm so bewegt, in umfassenden Dialog zu treten? Deutsche Parlamentarier haben in Teheran ja schon beeindruckend vorgeführt, wie man das macht.
Um produktiv zu verhandeln, müsse der Westen aber auch seine Politik der »doppelten Standards« aufgeben.
Die hatte er in Bezug auf den Iran nie. Aber das werden die Damen und Herren bei der JW nie begreifen wollen.
Aufgabe:
Ordnen sie folgende Klassifizierungen vier Politikern zu.
- zwei Schleimbeutel, die es mit „Kultur“ haben
-ein Mann der allerbedeutensten Worte, die nie jemandem interessiert haben, ihn selbst auch nicht
- jemand, der tatsächlich vom Begriff des Politischen eine Vorstellung besitzt und eine aufrechte Haltung vertritt
Hier eine recht aufschlussreiche Sammlung von Wikileak Dokumenten zur inneren Lage im Iran.
Nein, happy ist man in Teheran mit den Wikileak Dokumenten keineswegs und produziert deshalb viel Theorie:
The idea of demonizing Iran is not a new one and the release of the new documents should be viewed as a fresh attempt well suited to the interests of the US government. While the documents paradoxically reveal the multifarious efforts made by the US government to marshal up support for its smear campaign against the Islamic republic and justify a possible Israeli attack, they largely create a fear of Iran in the world.
Hoffen wir mal, daß es oberhalb der bei Wikileaks veröffentlichten Dokumente auch noch eine etwas handfestere Ebene in der US-Aufklärung über den Iran gibt. Sonst hätten sie gleich alles hier bei FIN nachlesen können. Und hoffen wir mal, daß folgende „geheime“ Einschätzung realistisch ist (wenn man sich alleine Mahmoud und Hugo in ihrem exaltierten Betragen geistig vor Augen führt, doch, es könnte passen):
In one cable on June 11, 2009, the U.S. Embassy said Venezuela is „incapable of substantive nuclear cooperation with Iran/Russia.“ The document cited an unidentified nuclear scientist who said Venezuela’s agreement with Russia to start a nuclear program „is pure political theater“ and that „there is no exploration or exploitation of uranium, ongoing or planned, in Venezuela.“"Although rumors that Venezuela is providing Iran … uranium may help burnish the government’s revolutionary credentials, there seems to be little basis in reality to the claims,“ said the document released Tuesday.“It is highly unlikely that Venezuela is providing Venezuelan uranium to third countries,“ said the report, which added that American diplomats in Bolivia drew similar conclusions.
via AP
Prof. Majid Shahriari, who died when his car was attacked in North Tehran Monday, Nov. 29, headed the team Iran established for combating the Stuxnet virus rampaging through its nuclear and military networks. His wife was injured. The scientist’s death deals a major blow to Iran’s herculean efforts to purge its nuclear and military control systems of the destructive worm since it went on the offensive six months ago. Only this month, Stuxnet shut down nuclear enrichment at Natanz for six days from Nov. 16-22 and curtailed an important air defense exercise.
Prof. Shahriari was the Iranian nuclear program’s top expert on computer codes and cyber war.
A WikiLeaks cable recounts a meeting on Sep. 5, 2009, between President Obama’s counterterrorism adviser, John Brennan, and Saudi Prince Nayif bin Abdulaziz, the kingdom’s longtime interior minister.
„Nayif complained that over the past two years Iran has hosted Saudis (all Sunnis) – including Osama bin Laden’s son Ibrahim – who had contacts with terrorists and worked against the Kingdom.“
The Saudis released a list of their 85 most wanted terrorists in February 2009. Dozens were operating either inside Iran, or close to the Iranian border in Afghanistan and Pakistan.
Weblogger und Journalisten, Wissenschaftler und Aktivisten, die sich mit Menschenrechten und Demokratie beschäftigen, leben im Iran gefährlich. Nicht aber iranische Historiker, die den Nationalsozialismus propagieren.
von Wahied Wahdat-Hagh
Mitte August ist eine iranische Historikergruppe mit einer Website, die sich Irannazi.com nennt, an die Öffentlichkeit gegangen. Dort werden in persischer Sprache offen der Nationalsozialismus propagiert, Hitler und Goebbels verherrlicht, ein rassistischer Antijudaismus und antizionistischer Vernichtungsantisemitismus popularisiert und ein extremer Hass gegen die Baha’i geschürt. Diese Website verschwand zunächst für einige Tage und erschien dann wieder. Seit Ende November ist die Website wieder offline. Die Betreiber der Nazi-Website werden zwar nicht verfolgt und der Verein ist nicht verboten worden, aber öffentlich treten sie gegenwärtig im Hyperspace nicht auf. Die nationalsozialistische Ideologie darf im Iran ungehindert propagiert werden. Die 18. Auflage von Hitlers „Mein Kampf“ auf Persisch kann im Iran in jeder größeren Buchhandlung gekauft werden.
Die „Forschergruppe“ gibt an im Rahmen der iranischen Gesetzgebung zu arbeiten und rein wissenschaftlich und historisch orientiert zu sein. Die Historiker haben auch ein „Iranisches Forschungsinstitut des Nationalsozialismus“ gegründet. Als die „Historiker“ auf ihrer Website Irannazi.com damit prahlten unter der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und islamische Führung zu arbeiten, entfachte sich eine öffentliche Diskussion über die Verbreitung des nationalsozialistischen Gedankenguts. Der stellvertretende Minister des Ministeriums für Islamische Führung und Kultur ist der iranische Holocaustleugner Mohammad-Ali Ramin.
Fathiyeh Naghibzadeh über Sakineh Mohammadi Ashtiani:
Auch Mariam Lau griff Ahadi in der Zeit in einer Weise an, die in Deutschland in der Regel für die »Israelkritik« reserviert ist, nämlich indem man eigene Ressentiments im Namen anderer formuliert. »Ein oft geäußerter Verdacht« unter deutsch-iranischen Exiloppositionellen laute, schreibt Lau, Ahadi habe Ashtians Sohn »und die beiden ahnungslosen Journalisten in die Falle der Mullahs tappen lassen, um so ein Exempel zu statuieren«.
Diese absurden Anschuldigungen können als Warnung an viele Oppositionelle gesehen werden, sich gefälligst an die von Deutschland und Europa zugelassenen Regimekritiker zu halten, während jede unabhängige oder gar radikale Kritik am islamischen Regimes in den Abgrund führe. So wird der Fall Ashtiani – der wie kein zweiter seit dem Tod von Neda Agha Soltan während der Proteste im Sommer 2009 für weltweite Empörung gesorgt hat – abqualifiziert, da er sich nicht dafür eignet, Träumereien von einer reformierten Islamischen Republik zu verbreiten.
Doch genau solche Illusionen haben die Machthaber des iranischen Regime im vergangenen Jahr selbst konsequent zerstört, als sie die »Reformer« erfolgreich bekämpften. Und ob es Ebadi, Barati und andere Oppositionelle von Deutschlands Gnaden wollen oder nicht, das Engagement von Mina Ahadi und anderen hat gezeigt: Nur wer ernsthaft und kompromisslos gegen die Barbarei des iranischen Regimes kämpft, hat eine Chance, Menschen in aller Welt zu gewinnen und das Regime an seinen mörderischen Absichten zu hindern. »Scharia oder Gnade?« – dieser Alternative, mit der Laus Artikel überschrieben ist, will sich die Mehrheit der Iraner nicht mehr unterwerfen.