Sollte es dem Iran am Ende doch gelingen die Bombe zu bauen, weil niemand ihn ernsthaft daran gehindert hat, nun dann wäre das natürlich nicht etwa ein Totalversagen westlicher Politik unter Führung von Friedensnobelpreisträger Obama, nein, das ganze diente dann in Wirklichkeit nur der Stabilsierung des Nahen Osten.
Kenneth Waltz beginnt schon mal die anstehende Kapitulation in einen strategischen Sieg umzulügen:
Israels nukleares Monopol (…) hat lange für Instabilität gesorgt. In keiner anderen Region der Welt existiert ein so unkontrollierter Staat. Es ist Israels nukleares Arsenal, nicht Irans Wunsch nach einem solchen, das zu der jetzigen Krise beigetragen hat. Macht muss schließlich ausbalanciert werden. (…) Obwohl die gegenteilige Überzeugung weit verbreitet ist, wird iranische Politik nicht von ,verrückten Mullahs’ gemacht, sondern von mental völlig gesunden Ayatollahs, die genauso überleben wollen wie alle anderen Machthaber auch.“
Und der Tagesspiegel druckt sowas als Debattenbeitrag ab. Man wird’s im Aussenamt, dem Kanzleramt und in anderen betroffenen Institutionen begierig lesen und schon mal vorsichtig mit den Kopf nicken. Denn es ist ja ein Ami, der sowas sagt.
Und wissen wir’s nicht alle: Es sind doch die Juden und ihr unkontrollierbarer Staat, die den Weltfrieden bedrohen, nicht ein paar ganz mental gesunde Ayatollahs in Teheran, die dankenswerterweise für uns den Job erledigen, den Israelis zu zeigen, wo der Hammer hängt. Wenn man ihnen nur den Rücken dafür freihält. Denn mental gesund, das ist wenn man der Welt erklärt, dass hinter dem globalen Drogenhandel einzig die Juden stecken.