Alles so schön bunt hier

„Der Iran ist mehr als Atom und Ahmadinedschad.“ Diese Volte, dieser Tage häufiger zu hören, richtet sich stets gegen diejenigen, die dem Mullahregime immer schon feindlich gegenüberstanden. Sie kommt stets von Leuten, die sich bisher für den „Dialog“ mit den Unterdrückern stark gemacht haben. Mutwillig wird hier Regime und Volk in einen Topf geworfen, um die Feinde der islamischen Republik als weltfremde Fanatiker hinzustellen (es könnte allerdings auch sein, dass ein Antagonismus zwischen Volk und Führung einem deutschen Hirn einfach nicht zu vermitteln ist).

Der Trittin jedenfalls, der das heute im Bundestag zum Besten gab, fuhr dann so fort: „Der Iran ist eine vielfältige und vielfach widersprüchliche Gesellschaft. Es ist ein modernes Land, in dem Handys und Internet heutzutage auf jeder Demo präsent sind. Es ist ein Land mit immensem Ölreichtum, aber massenhafter Armut und Arbeitslosigkeit.“ Lauter gute Argumente also, die faschistische Theokratie nicht in Bausch und Bogen zu verurteilen, oder?

Und tatsächlich: „Diejenigen, die damals in den USA als Antwort auf den großen Satan nur die Achse des Bösen sehen konnten, denen zu Teheran nur der „Irre von Teheran“ eingefallen ist und die geglaubt haben, nur mit Isolierung und Boykott könne man diesem Problem beikommen, haben sich geirrt.“

Weil also die Menschen im Iran nun massenhaft aufbegehren, ist der „Irre von Teheran“ nicht mehr irre. Irre.

Veröffentlicht in Hintergrund. 5 Comments »

5 Antworten to “Alles so schön bunt hier”

  1. antifo Says:

    „es könnte allerdings auch sein, dass ein Antagonismus zwischen Volk und Führung einem deutschen Hirn einfach nicht zu vermitteln ist“

    Woher dieser Selbsthass? Wer seine eigene Nation haßt, der kann auch in seinem Einsatz für die iranische Nation nicht glaubwürdig sein.

  2. gegenkritik Says:

    Womöglich schreiben hier auch Leute, die eher am Wohl von Menschen denn an Nationen interessiert sind.

    • antifo Says:

      Für das Gros der Menschen im Iran ist die internationale Politik aber nicht der Dreh- und Angelpunkt. Und das stimmt auch dann noch, wenn das manchen Leuten hier nicht gefallen mag. Würde Mussawi sich scheuen von der „iranischen Nation“ zu sprechen, dann hätte er doch nie eine Chance auf einen Wahlsieg gehabt. Auch Chamenei bemüht sich diesen Begriff zu besetzen. Daß er das kann, liegt daran, daß die islamische Revolution von 1979 keinesweg nur eine schiitisch-internationalistische Komponente hatte. Letztlich ist es doch so, daß die Schwäche der jetzigen iranischen Führung gerade in ihrem Internationalismus besteht, der sich in der Unterstützung von Hamas und Hisbollah niederschlägt. So darnieder, wie die Wirtschaft da ist, muß den Iranern muß das doch schon lange zum Hals heraushängen.

  3. gegenkritik Says:

    PI ist übrigens wieder zu erreichen, Sie können Ihren Staatsfetischismus also auch dort ausleben und über „Selbsthass“ lamentieren.

  4. STOP THE BOMB Mossad-gesteuert! « FREE IRAN NOW! Says:

    […] Trittin, Ströbele, Roth, Baer – die gesamte grüne Führungsriege profiliert sich immer eindeutiger […]


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