Foucault im Iran

Ein höchst lesenswerter Beitrag von Tjark Kunstreich über Michel Foucault und die Liebe der Linken zur „Islamischen Revolution“:

Um die – vorsichtig ausgedrückt – ambivalente Haltung der Linken zu den aktuellen Protesten im Iran zu verstehen, muss man wissen, dass sie die islamische Revolution 1978/79 unterstützten. An dieser Unterstützung änderte sich auch nichts, als in der Gründungsphase der Islamischen Republik Frauen unter den Tschador gezwungen, Homosexuelle ermordet und Linke verfolgt wurden – obwohl von diesen Verfolgungen berichtet wurde. Es waren vor allem so genannte undogmatische Linke, die in der islamischen (Konter-)Revolution die Chance für einen dritten Weg in der Blockkonfrontation des Kalten Krieges erblickten. Die europäischen linken Intellektuellen erkannten in den iranischen Vorgängen eine Revolution gegen die westliche Modernisierung – an der sich der Osten ebenfalls orientierte – und unterstützten sie eben deswegen.

Michel Foucault reiste 1978 zweimal in den Iran und sprach dort mit zahlreichen Vertretern der Opposition gegen den Schah. Seine Reportagen erschienen in der italienischen Zeitung Corriere della sera und sind ein Dokument jener Stimmung am Ende der siebziger Jahre. Aus Anlass von Foucaults 20. Todestag erschien der folgende Artikel im August 2004 in der Zeitschrift KONKRET.

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