Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte im Gottesstaat Iran

Nasrin Amirsedghi über die Unreformierbarkeit des  iranischen Regimes sowie die Unvereinbarkeit der Verfassung der Islamischen Republik und des Korans selbst mit Demokratie und Menschenrechten:

Meine Sicht auf die aktuellen Aufstände im Iran beruht auf drei Thesen, die im Wesen des Islam und der iranischen Verfassung begründet sind:

  1. Der Islam und insbesondere die Verfassung der islamischen Republik Iran, die im Kontext des Koran begründet wird, ist mit Demokratie und Menschenrechten nicht vereinbar.
  2. In diesem System ist eine Reform der Rechte von Individuen, vor allem von Frauen und Minderheiten, nicht möglich. Solche Systeme (islamische bzw. iranische) sind in keiner Weise reformierbar.
  3. Der Koran als religiöse und gesellschaftspolitische Norm für Muslime stimmt in zentralen Fragen nicht mit den allgemein anerkannten Menschenrechten und Grundfreiheiten überein. [Weiterlesen…]
Veröffentlicht in Hintergrund. Schlagwörter: . 10 Comments »

10 Antworten to “Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte im Gottesstaat Iran”

  1. Shayla Says:

    Mein Reden!

    Seit Jahren!

    In diesem Sinne,

    ein wunderbares, erfolgreiches und freies Neues Jahr, liebe Nasrin und alle anderen FIN-Mitglieder!

    Shayla

  2. Bernd Dahlenburg Says:

    Nasrin Amirsedghi hat bei Thomas Eppinger* einen sehr guten Beitrag eingestellt, der sich mit der „Reformierbarkeit“ des Islam bzw. der aus ihm abgeleiteten politischen Systeme befasst.

    Ich möchte mich dennoch ganz kurz mit einer, wie ich denke, entscheidenden Aussage befassen, die Nasrin gleich zu Beginn trifft…..

    http://castollux.blogspot.com/2010/01/kurze-anmerkung-zur-reformierbarkeit.html

  3. Andre Says:

    Nasrin Amirsedghi schreibt ganz luzide Sätze der Wahrheit und dann kommt Bernd Dahlenburg mit dem hoffenden Einwand, der Islam ließe sich doch sicherlich auch eines Tages reformieren. Warum? Warum will er das nur, einen reformierten Islam? Welches aufklärerische Moment hat Herr Dahlenburg im Islam entdeckt, dass bisher allen Kriterinnen und Kritikern des Islams entgangen ist? Ich sollte mich wahrscheinlich aber auch nicht wundern, da er auch von „konstruktiver Kritik“ schreibt.

    • Bernd Dahlenburg Says:

      @Andre

      Ich spreche davon, dass man denjenigen Muslimen den Rücken stärken soll, die den Islam von seinem Anspruch, alle Lebensbreiche beherrschen zu wollen, trennen wollen.

      Und in diesem Zusammenhang sprach ich davon, dass dies nur über eine Historisch-Kritische Exegese geht, wie sie Thora und Bibel seit Jahrhunderten durchlaufen. Sie muss Bestandteil einer Selbstreflexion im islamischen Lager generell sein.

      Sie haben meinen Beitrag auf Castollux nicht aufmerksam genug gelesen, denn dort geht es mir überhaupt nicht um eine etwas aufgeklärtere islamische Staatsform (wo lesen Sie das raus?), sondern um die Möglichkeit, Muslim bleiben zu können und dennoch den pluralistischen, säkularen Staat zu 100% zu bejahen, und nicht zu 50% oder 99%.

      Wenn es für Sie zu schwierig ist, sich solchen Überlegungen zu stellen, ist das nicht mein Problem.

      Sie wissen doch, dass ich auf diesem Blog Autor bin. Sehen Sie mal bitte nach – gleich in welchem meiner Beiträge – ob und wo ich für eine Islamische Republik Iran Light werbe, im Gegenteil, ich weise sogar immer wieder direkt und indirekt auf die Gefahr hin, die sich mit solch‘ einer naiven Vorstellung verbindet.

      Was ich in meinem Artikel mache: ich möchte die Muslime dazu ermuntern, sich von ihrem Koran und den Überlieferungen zu emanzipieren. Das ist möglich, ist aber etwas schwerer als das Anbieten von einfachen Lösungen und es kostet mehr Zeit – leider.

      Oder wollen Sie den Islam verbieten? Dann zeigen Sie mir mal, wie das gehen soll; nicht nur Verdacht gegen mich streuen.

      Danke.

      ———–
      P.S.: Und wenn ich schon so etwas lese wie „Wahrheit“. Sorry, aber da werde ich allergisch.

  4. Andre Says:

    Nur kurz und vorab: Das, was Nasrin Amirsedghi schrieb, entspricht der Wahrheit. Dass Sie bei der Wahrheit allergisch reagieren, habe ich spätestens bei „konstruktiver Islamkritik“ gemerkt. Und beim besten Pomo-Sprech „der Koran exegetisch genauso kritisch behandelt wird wie die Bibel/Thora“ war mir dieser Relativismus nicht mehr zu überlesen.

    Aber da Sie ja ein Freund der Auslegungssache sind, würde mich doch noch interessieren: Was meinen Sie eigentlich mit Ratten bei „Rattenfänger“? Ratten haben nämlich auch aus kultureller Sicht einen metaphorischen Charakter, den des Verräterischen. Sind diese Moslems, die sie als Ratten bezeichnen also Verräter eines wahren Islams, oder halten sie diese „Ratten“ tatsächlich nur für Opfer eines falschen Islams? Und wo wir doch gerade noch so beim „Ist-Zustand“ sind, frage ich mich, wo der Unterschied zwischen Ihnen und den mutigen Muslimen liegt?

    • Bernd Dahlenburg Says:

      @Andre

      vergessen wir’s.

      Sie wollen entweder nichts verstehen oder Sie drehen mir das Wort im Mund herum.

      Ich glaube eher Letzteres, und das ist noch sehr positiv ausgelegt.

      Und dann auch noch mit der Mailadresse „Lizarazu“ posten, um Nebelkerzen zu zünden. Drollig!

      Jeder vernünftige Mensch bei klarem Verstand, der meinen Kommentar bei Castollux gelesen hat, wird die richtigen Schlüsse ziehen. Sie aber sind auf billige Konfrontation aus. Warum hängen Sie sich an meiner Formulierung „Konstruktive Islamkritik“ auf? Ist doch lächerlich und zeugt von intellektueller Unredlichkeit.

      Genauso einfältig Ihre willkürliche Auslegung meiner Formulierung „Rattenfänger“. Was soll das? Der Begriff ist umgangssprachlich unzweideutig. Außerdem habe ich nicht davon gesprochen, dass der Koran exegetisch genauso (leicht) zu behandeln wäre wie Thora/Bibel. Ich habe einen eventuellen theologischen Lernprozess in der islamischen Welt/Theologie thematisiert – nicht mehr und nicht weniger.

      Hier noch zwei Texte zum Vertiefen, damit Sie endgültig sehen, was für ein Verharmloser ich bin:

      Wiedergekäute heidnische Mythen
      http://castollux.blogspot.com/2007/10/wiedergekute-heidnische-mythen.html

      Islamische Apologetik
      http://castollux.blogspot.com/2007/10/islamische-apologetik.html

      Suchen Sie sich bitte einen anderen Fußabstreifer, wenn Sie schlecht gelaunt sind.

  5. Andre Says:

    „Und dann auch noch mit der Mailadresse „Lizarazu“ posten, um Nebelkerzen zu zünden. Drollig!“

    Nicht alles dreht sich um Lizaswelt. Sie interpretieren da zu viel hinein.

    • Bernd Dahlenburg Says:

      Andre Sagt:
      4. Januar 2010 um 00:51 bearbeiten

      „Und dann auch noch mit der Mailadresse „Lizarazu“ posten, um Nebelkerzen zu zünden. Drollig!“

      Nicht alles dreht sich um Lizaswelt. Sie interpretieren da zu viel hinein.

      —————-
      Fragt sich nur, wer von uns beiden hier interpretationshungrig ist, wenn ich mir unseren bisherigen Schriftverkehr ansehe.

      Gute Nacht!

  6. Andre Says:

    Ein Mädchen in meiner Schulzeit meinte mal flirtend, ich sähe aus wie Lizarazu. Ich hatte zu der Zeit einen ähnlichen Haarschnitt und sah ihm sonst auch scheinbar ähnlich genug. Das ist nun neun Jahre her. Irgendwann, belustigt von der Erinnerung und in Ahnungslosigkeit an einer passablen wie anonymen Mailadresse, habe ich mir den Namen ausgesucht. Sie werden es nicht glauben: Es ist die Wahrheit. Und nein: Es gibt da nichts zu vernebeln.

    Gut gelaunte Grüße

    Andre


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