Disastrous

William Harris schreibt im Daily Star eine interessante Analyse der Lage im Libanon. Und argumentiert, es sähe gar nicht so besonders gut für die Hizbollah und ihre Terrorpaten in Damaskus und Teheran aus.

Contrary to the view that the party is capable of seizing Lebanon and sailing through unscathed, the consequences for it in the longer term may be catastrophic. (…)

The sequence of political murders and attempted murders, including the Hariri assassination, involved 12 incidents, targeting politicians, journalists and security officials, with a total casualty toll of 54 dead and at least 335 wounded. These attacks represented the largest, most dramatic assassination campaign in the post Cold War world. Any organization or regime tarred with this brush will be politically finished in any meaningful sense, regardless of the constituency they might think they control.

Third, defiance of the Special Tribunal, combined with efforts to turn the Lebanese government against the institution, will be to no avail. The tribunal will try the suspects in absentia and the international community will impose sanctions on both Hezbollah and the Lebanese state. If the international community is pushed into a corner, no one in Lebanon should doubt that it will react with serious measures.

Auch wenn man von „International Community“ nicht viel hält, schon gar nicht von ihrer Nahostpolitik, dürfte Harris Recht haben: ein von der dann mit UN-Verurteilung sigmatisierten Hizbollah kontrollierter Libanon wird weitgehend isoliert sein,  Kapital in großem Maße abziehen und die Ökonomie stagnieren. Ein Szenario vor dem auch der Politiker Samir Geagea warnt.

Weder der Iran noch Syrien verfügen über genügend finanzielle Ressourcen, um die Hizbollah als Regierungsaprtei über Wasser zu halten, die dann ja immerhin irgendwie für die Versorgung der Bevölkerung zuständig sein würde. Und weder Iran noch Syrien haben momentan ein gesteigertes Interesse in innerlibanesische Kämpfe hineingezogen zu werden. Vor allem Syrien profitiert enorm vom Libanon, so wie er ist, und würde wirtschaftlich ebenso in Mitleidenschaft gezogen werden.

Kurzum keiner von den drei hat viel zu gewinnen, aber sie alle haben sehr viel zu verlieren. Deshalb haben sie auch mit allen Mitteln versucht, die Arbeit des Tribunals zu verunmöglichen – und sind gescheitert. Nun wissen sie nicht weiter und machen einfach weiter. Nur  wirken sie jetzt nicht mehr wie sonderlich souveräne Akteure, sondern weit mehr wie von den Ereignissen Getriebene.

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Eine Antwort to “Disastrous”

  1. Tweets that mention Disastrous « FREE IRAN NOW! -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by Bernd Dahlenburg, J-Comm. J-Comm said: Desastrous: William Harris liefert im Daily Star eine interessante Analyse der Lage im Libanon. Demn… http://bit.ly/eFhgWx FreeIranNow […]


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