Professoren aus Deutschland richten Protestschreiben an iranische Regierung

BERLIN, 02. November 2011 – 46 namhafte Professoren protestieren gegen die systematische Verletzung des Rechts auf Universitätsbildung im Iran. „Die universelle Achtung der Menschenrechte auch auf dem Bildungssektor und die Freiheit von Forschung und Lehre sind uns als Unterzeichner … von größter Wichtigkeit“, heißt es in einem offenen Brief an den iranischen Wissenschaftsminister Kamran Daneschdschu. Die Achtung der Menschenrechte muss „als Wertekatalog für die internationale Hochschulzusammenarbeit gelten“.

Die an den Iran gerichtete Anmahnung der Professoren aus den Fachbereichen Politik, Recht, Medizin, Philosophie, Pädagogik sowie Natur– und Religionswissenschaft ist eine Reaktion auf die zunehmende Drangsalierung des Hochschulsektors im Iran, die sich am Fall der jüngsten Übergriffe auf das Bahá’í Institute for Higher Education (BIHE) zuspitzt. Sieben Dozenten der Einrichtung wurden Mitte Oktober von einem Revolutionsgericht in Teheran zu vier– bzw. fünfjährigen Haftstrafen verurteilt. BIHE wurde inzwischen durch das iranische Wissenschaftsministerium für illegal erklärt.

„Wir fordern die sofortige Freilassung dieser zu Unrecht Inhaftierten und zugleich das uneingeschränkte Recht auf Hochschulbildung für alle Bürger Ihres Landes“, schreiben die Professoren an den verantwortlichen Minister Daneschdschu. Gegen die Verurteilung der sieben Bahá’í protestierte am 21. Oktober 2011 auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning.

„Die Bahá’í sind nicht die einzigen Opfer einer immer stärker umsichgreifenden Islamisierung iranischer Universitäten“, betont Prof. Ingo Hofmann, Sprecher für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde Deutschland. „Die iranische Regierung setzt zunehmend den Ausschluss von Bildung als Mittel ihrer Politik der Unterdrückung ein. Die Absicht der Regierung, an den Universitäten eine zweite Kulturrevolution zu vollziehen, betrifft auch studentische Aktivisten, Andersdenkende, missliebige Professoren oder Menschenrechtsverteidiger. Die Bahá’í-Gemeinde Deutschland begrüßt daher sehr, dass sich diese namhaften Professoren für die Verteidigung des Menschenrechts auf Bildung und Achtung vor Minderheiten einsetzen. Die Bahá’í sind nur ein Beispiel, wenn auch das drastischste“, so der Sprecher.

Hier der offene Brief

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