Holocaustleugnung im ZDF

Er ist noch ganz hin und weg, der Claus Kleber: eben hatte er Ahmadinejad, den „schillernden“ Präsidenten der Islamischen Republik Iran interviewen dürfen, einen „bescheiden“ und „erdgebunden“ lebenden Mann.
Bescheidene, erdgebundene und judenkritische Politiker erfreuen sich in Deutschland ja schon seit längerem einer gewissen Beliebtheit, allerdings dürfte auch Claus Kleber etwas irritiert gewesen sein, als der iranische Führer die Taten des deutschen in Abrede stellte:

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich im Konflikt mit dem Westen unnachgiebig gezeigt. Sanktionen gegen eine „große Nation“ wie den Iran seien unangebracht, sagte Ahmadinedschad dem ZDF in einem Interview.
Ahmadinedschad bezeichnete den Holocaust erneut als eine „Lüge“ Israels. „Die haben eine Geschichte mit dem Titel Holocaust gemacht, und die Schäden, die Kosten dafür müssen die Palästinenser tragen“, sagte Ahmadinedschad, der in der Vergangenheit wiederholt die Ermordung von Millionen Juden durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg bestritten hatte.

Bedenken, im Staat der Täter einem Holocaustleugner ein Podium zu geben, hat man beim ZDF nicht: Die „journalistische Hoheit“ läge schließlich bei seinem Sender, so Chefredakteur Frey. Und dort ist sie in mindestens so guten Händen wie bei PressTV.

Veröffentlicht in Hintergrund, Videos. 3 Comments »

3 Antworten to “Holocaustleugnung im ZDF”

  1. David Says:

    …und da das Staatsfernsehen nie lügt, glaubt man das auch im Land.
    Einfach nur widerlich.

  2. Rupert Says:

    Ich habe mal einen Brief an Kleber geschrieben, etwas polemisch vielleicht, aber ich hatte mich sehr aufgeregt:Sehr geehrter Herr Kleber,

    ich schreibe im Namen einer Gruppe deutscher und iranischstämmiger Bürger, die ihr Interview mit M.Ahmadinedjad, welches im heute-Journal ausschnittsweise gezeigt wurde, angesehen haben. Wir beziehen uns auf die 42minütige Version, die in der ZDF-Mediathek abrufbar ist. Wir sind allesamt empört und entsetzt über die Art und Weise, wie Sie selbst die simpelsten journalistischen Grundregeln außer Acht lassen und Ahmadinedjad damit eine Steilvorlage zu zahlreichen Lügen, historischen Verdrehungen und Beleidigungen – kurz einer Propagandashow – geben.
    Wie Sie wissen müßten ist es ausländischen Journalisten spätestens seit der manipulierten Präsidentschaftswahl 2009 verboten, frei aus dem Iran zu berichten, ja sogar, sich dort aufzuhalten. Die Situation für die einheimischen Journalisten ist noch elender, jegliche dem geistlichen Führer Chamenei unliebsame Berichterstattung ist verboten, unzählige Zeitungen und Publikationen mußten auf Befehl ihre Arbeit einstellen und zahlreiche Mitarbeiter wurden verhaftet, gefoltert und ihre Familien bedroht. Laut Human Rights Watch sitzen im Iran heute weltweit die meisten Journalisten aufgrund ihrer Arbeit im Gefängnis.
    Schon der Respekt vor ihren Kollegen hätte es geboten, das Interview abzulehnen oder zumindest im Gespräch diese Fakten zu erwähnen, aber das tun Sie mit keinem Wort. Sie betonen mehrfach, daß Sie 2 Jahre auf dieses Interview gewartet haben und fragen sich, warum es gerade jetzt gewährt wurde. Anscheinend ist Ihnen die innenpolitische Lage im Iran unbekannt, sonst müßten auch Sie mitbekommen haben, daß Ahmadinedjad unter massivem Druck des ihn früher protegierenden Chamenei steht, mehrere Mitarbeiter A.s wurden im letzten Jahr verhaftet, zum ersten Mal in der iranischen Geschichte wurde ein Präsident zu einer Befragung vor das Parlament berufen und nicht zuletzt hat das Lager von A. bei der letzten Parlamentswahl eine empfindliche Niederlage erlitten. Ist es Ihnen also mal in den Sinn gekommen, das A. dieses Interview genutzt hat, um innenpolitisch Boden gutzumachen? Offensichtlich nicht, denn A. beantwortet diese Frage damit, daß er keine Zeit gehabt habe , er verhöhnt Sie also, ohne, daß Sie darauf etwas erwidern.
    In den ersten 20 Minuten stellen Sie nur Fragen zum Atomprogramm, bei denen A. ständig ausweicht, historisch falsche Angaben macht, Volksverhetzung betreibt und plumpe Lügen von sich gibt – Sie allerdings greifen überhaupt nicht ein, korrigieren nicht oder stellen Fragen, die seine Falschaussagen bloßstellen würden – kurz Sie geben einem Verbrecher die Möglichkeit, seine kranke Weltsicht minutenlang ungestört zu verbreiten. Umgekehrt wäre das niemals möglich, ein deutscher Politiker würde niemals vor dem iranischen Volk sprechen dürfen. Sie rechtfertigen sich ja damit, daß die Zuhörer ganz ungeschminkt die Ansichten von A. erfahren sollen, aber 1. kann man diese Ansichten leicht aus früheren Interviews entnehmen und 2. sind diese Ansichten so offensichtlich falsch und beleidigend zB. Israel gegenüber, daß wir meinen, es wäre ihre Pflicht gewesen, dieser Hetzpropaganda zu widersprechen. Der wichtigste Punkt ist allerdings folgender: da Sie die Hälfte des Interviews über die Frage nach dem iranischen Atomprogramm verbringen, müßte man annehmen, daß A. der Hauptverantwortliche für das Atomprogramm ist. Dem ist aber mitnichten so, die Entscheidung über den Bau einer Atomwaffe liegt allein beim „geistlichen Führer“ Chamenei, die Ausführenden sind der militärische Flügel der Revolutionsgarden, d.h. A. kann darüber reden, hat aber keinerlei entscheidungsgewalt und damit haben diese Worte keine Bedeutung. In Ihrer Funktion als seriöser Journalist hätten Sie das Interview also nutzen können, um über die massiven Menschenrechtsverletzungen im Iran zu sprechen, insbesondere über die mindestens 100 ermordeten und tausenden unrechtmäßig inhaftierten Demonstranten, die gegen A.s angebliche Wiederwahl protestierten.
    Aber die Frage nach den Menschenrechten stellen Sie erst nach 25 Minuten – woraufhin A. ausweicht, die absurdesten Vergleiche anstellt um schließlich den Holocaust zu leugnen und zu behaupten, in Europa gäbe es unzählige Menschenrechtsverletzungen. Warum widersprechen Sie hier nicht, warum widerlegen Sie nicht seine offensichtlich schwachsinnigen Behauptungen ? Haben Sie sich nicht informiert über die Menschenrechtslage im Iran, so daß Sie wenigstens einige Fakten hätten vorbringen können? So ist der Iran zB keine Republik, sondern eine religiöse Diktatur, in der ein „Führer“ alle politischen Entscheidungen bestimmt. Offensichtlich nicht, denn sonst muß ein ernstzunehmender Journalist so etwas tun.
    Im Rest des Interviews lassen Sie A. dann weiter unwidersprochen schwafeln ( „wir lieben alle“, „wir lieben die Gerechtigkeit“, „wir sollten alle mehr miteinander reden“ ) nur drei der lächerlichen und heuchlerischen Aussagen ihres Interviewpartners, die man leicht hätte widerlegen können. Aber da Sie nur stumm oder freundlich lächelnd dasitzen, müssen wir davon ausgehen, daß Sie sich völlig unzulänglich auf das Interview vorbereitet haben oder sich gar die Fragen haben diktieren und vorschreiben lassen um ein quotentechnisch spektakuläres Interview zu erhalten. Inhaltlich läßt sich nicht die geringste neue Erkenntnis gewinnen, Sie haben nur einem Verbrecher gegen die Menschlichkeit eine Plattform gegeben und sind damit den iranischen oppositionellen Demokraten und allen freiheitsliebenden Menschen in den Rücken gefallen. Für uns verdienen Sie nicht mehr die Bezeichnung Journalist. Choukran ist übrigens arabisch für Danke, Iraner sind aber keine Araber und sprechen eine eigene Sprache, aber das konnten Sie ja nicht wissen…


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