Ahmedinejad leugnet den Holocaust nicht, er stellt ihn nur in Frage

Erhard Arendt, der unermüdliche Betreiber des notorischen Palästina-Portals, sieht sich genötigt, den bislang von ihm und anderen Freunden des iranischen Regimes gepflegten Narrativ doch ein wenig relativieren, dass es sich bei  Aussagen von Mahmoud Ahmedinejad, in denen der iranische Präsident den Holocaust leugnet oder die Vernichtung Israels ankündigt, eigentlich nur um böswillige Fehlübersetzungen handelt.

Und das klingt  bei Arendt dann so:

In all den Videos, die ich fand – (Texte mit seinen Reden im Original waren nicht auffindbar) – zeigte sich das gleiche verbale Muster.

Mahmud Ahmadinedschad leugnet dort nicht verbal den Holocaust, er stellt ihn aber – sicherlich kritikwürdig – in Frage und fragt stellt seinem Gegenüber die Frage, warum leugnet ihr die Nakba?

Er nähert sich dabei durchaus hört man nicht nur auf das was er verbal sagt, sondern interpretiert es, der Grenze an, der man – sei es auch durch solche Aktionen wie die „Holocaustkonferenz 2007“ von Holocaustleugnung reden kann. Er „spielt“ damit.

Denn etwas mulmig ist ihm inzwischen doch zumute:

Betrachtet nun man die „Holocaust Konferenz 2006“. (die iranische Regierung hat sie veranstaltet, und er hat dort geredet), dort wurden eindeutige und einseitig Holocaustleugner, Neonazis eingeladen, sie redeten dort unwidersprochen, wurden weiterführend gefördert.
Hier wird aus dem in Frage stellen ein Leugnen. Wer so etwas veranstaltet und geschehen lässt, sich mit solchen Menschen umgibt, muss eindeutig nicht mehr nur als Holocaustzweifler, sondern als Holocaustleugner bezeichnet werden.

Wer das bezweifelt, soll sich die vorhandenen Videos anschauen. Wer sich – wie bei der Holocaustkonferenz geschehen – mit eindeutigen Holocaustleugnern, Rassisten, Rechtsradikalen abgibt, muss sich gefallen lassen, auch denen zugeordnet zu werden. Das auch besonders, wenn man die Einseitigkeit der Veranstaltung sieht.

Da helfen nur noch selbsgemachte Bildchen (er wollte ja eigentlich Holocaustinfragesteller schreiben, aber geschenkt):

Und solche Erklärungen:

Bei all dem – das soll keine Entschuldigung, Rechtfertigung sein – müssen wir sehen und sollte wahrgenommen werden, er zeigt dem Westen ein anderes Weltbild auf, ein Weltbild, das der Westen ignoriert, verdrängt, das ihm peinlich ist, das er unterdrückt.

Israel versucht mittlerweile, das Gedenken an die Nakba zu verbieten.

Nur wenn wir da unsere „Hausaufgaben“ machen, dieses Weltbild wahrnehmen, nachvollziehen, ist eine ernsthafte Konfliktlösung möglich. Das wir sie nicht gemacht haben, wieder – ohne zu Handeln – auf der Seite der neuen Täter stehen, ist verwerflicher als sein provokatives Agieren.

Uff, da hat Arendt die Kurve aber gerade noch einmal gekriegt. Denn nur wenn wir nachvollziehen, dass Ahmedinejad den Holocaust leugnet, nein äh, in Frage stellt, weil Israel das Gedenken an die Nakba verbieten will, uns also in ihn einfühlen, dann erst wäre eine ernsthafte Konfliktlösung denkbar. Und bitte, lieber iranischer Präsident,  in Zukunft keine notorischen Holocaustleugner mehr auf irgendwelche Konferenzen nach Teheran laden. Denn das bringt selbst so konsequente Antikriegstreiber wie den Erhard Arendt in arge Erklärungsnöte.

Veröffentlicht in Hintergrund. 1 Comment »

Eine Antwort to “Ahmedinejad leugnet den Holocaust nicht, er stellt ihn nur in Frage”

  1. Roger Says:

    Krank, diese Seite von Erhard Arendt.
    Alleine schon die Überschrift. „Mahmud Ahmadinedschad – ein Holocaustleugner? “ – immer mit Fragezeichen.
    Und dann diese Rechtfertigungen: Er leugnet nicht wirklich, sondern fragt, und falls er leugnet, dann ja nur um den Westen einen Spiegel vorzuhalten (ER nimmt ja die ‚Nakba‘ wahr), oder Mahmund formuliert einfach mal nur unglücklich, ganz aus versehen…

    *kotz*


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