„Iran and Leftist Confusion“

Friedensbewegte Amerikahasser, linke UNO-Liebhaber, wursthaarige Globalisierungsfeinde und ihre antiimperialistisch angehauchten Freunde haben es nicht leicht. Immer wieder sind sie aufs Neue mit dem Problem konfrontiert, ihre sonst so offen zur Schau gestellte und über Jahre hinweg etablierte Gutmenschenmoral zu verteidigen.

Bisher haben sie anhand von drei Grundsätzen darüber entschieden, wer gut und wer böse ist:

  1. Jeder, der gegen Amerika ist, ist gut.
  2. Jeder, der gegen Israel ist, ist gut.
  3. Alle anderen sind böse.

Alles, was diesen Kriterien folgt, gilt als umweltbewusst, gewaltfrei und friedensbewegt, als antisexistisch/ -imperialistisch/ -rassistisch/ -islamophob…, kurz als moralisch integer.

Zu welchen absurden Argumenten die hiesigen Freunde der Mullahs greifen, wenn sie sich über die Proteste im Iran äußern, konnte hier in den letzten Tagen sehr schön verfolgt werden. Wer sich dafür interessiert, wie die linken Gutmenschen im englischen Sprachraum auf die Ereignisse im Iran reagiert haben, dem sei der folgende Text von Reese Erlich ans Herz gelegt: „Iran and Leftist Confusion“.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Reaktionen von außerhalb. Schlagwörter: . Leave a Comment »

CASMII wird albern

Ali Fathollah-Nejad, Gründungsmitglied von CASMII, weiß wie man sich in Krisenzeiten verhält. Am besten ist es, wenn man den Kopf in den Sand steckt und versucht, die ganze Sache auszusitzen. Diese Strategie geht jedoch nur eine Zeit lang gut. Umso länger man sich in der Bredoullie befindet, umso mehr wird erwartet, dass man erklärt, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Deshalb empfiehlt es sich in einer solchen Situation zwar etwas von sich zu geben, dabei aber doch nur das zu wiederholen, was man ohnehin schon immer gesagt hat. So hält es auch Fathollah-Nejad. „Sanktionen“, erklärt er der Presse im Interview, „haben bisher nichts gebracht, warum sollten sie jetzt zum Erfolg führen?“ Der Dialog mit dem Iran, so Fathollah-Nejad weiter, müsse fortgesetzt werden, auch „wenn der Politologe zugibt, dass diesen zu führen angesichts der Vorkommnisse der vergangenen Tage schwieriger geworden sei.“ Dass CASMII diese Position vertritt, ist bekannt. Neu ist lediglich das Niveau der Argumente. Von ebenso brillianter Logik wäre der Satz: „Gestern hat es geregnet! Weshalb sollte es morgen nicht auch regnen?“

Guillard geht Demonstrieren

Erinnert sich jemand an die Kampagne „10 Euro für den irakischen Widerstand“?. Damals sammelte die radikalpazifistische Vorhut der deutschen Friedensbewegung Spenden für die Terroristen im Irak. An vorderster Front mit dabei: Joachim Guillard. „Ich denke,“ kommentierte er die Aktion im Interview mit Panorama, „die Friedensbewegung sollte genau für dieses Recht der Iraker eintreten, und was die Iraker tun können, was ich auch für vernünftig halte, ist, den Besatzungstruppen entsprechende Verluste zuzuführen.“ Mittlerweile sitzt der Mann im „wissenschaftlichen“ Beirat von CASMII, einer hiesigen Cheerleadertruppe Ahmadinedschads. Wenn er gerade kein Geld für die Suicidebelts der irakischen Guerilla sammelt, ist er „Verfasser zahlreicher Fachartikel zum Thema Irak und Mitherausgeber bzw. -autor mehrerer Bücher, Ko-Organisator der internationalen Irak-Konferenz 2008 in Berlin“.
Seine „Fachartikel“ veröffentlicht er unter anderem auf seinem Blog, wo er munter drauflosplappert. Was der Mann da schreibt unterscheidet sich nicht sonderlich von dem, was in den letzten Tagen von der Islamischen Republik zu hören war. [W]arum,“ fragt er zum Beispiel, „sind sich alle so sicher, dass die USA & Co. ausgerechnet jetzt einmal nicht die Hände im Spiel haben?“

Der Stand der Dinge im Iran

In den letzten Tagen sind die Informationen aus dem Iran spärlicher geworden. Es wird immer schwieriger den Videos, die bei youtube erscheinen das richtige Datum zuzuordnen, Twitter war von Anfang an eine Gerüchteküche und mit den immer weiter um sich greifenden Verhaftungswellen gibt es immer weniger zuverlässige Nachrichtenquellen. Darüber hinaus hat die Regierung die Anstrengungen verstärkt das Land von der Außenwelt abzuschneiden. Über dem Aufstand im Iran mag Nebel liegen. Es lassen sich trotzdem ein paar Dinge festhalten:

Obwohl die Meldungen aus dem Iran seit einigen Tagen immer seltener werden, dauert der Aufstand an. Nach wie vor werden Oppositionelle verhaftet, Proteste organisiert und immer wieder kommt es zu Angriffen der regimetreuen Milizen gegen die Bevölkerung. Trotzdem ist es ruhiger geworden. Von riesigen Massenversammlungen, wie sie auf den Videos am letzten Samstag zu sehen sind, war bis gestern nichts zu hören.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in News. Schlagwörter: . Leave a Comment »

Eine Mail vom ZDF

Während das Regime in Teheran gestern am Bahrestan-Platz auf Demonstranten einprügelte, wurde im Zweiten Deutschen Fernsehen über den wachsenden CO² Ausstoß und die Staatsverschuldung berichtet. Über die Situation in Teheran erfuhr man kein Wort. Gleichzeitig wurde auf CNN und FoxNews, in zahlreichen Zeitungen und auf diversen Internetseiten ausführlich über die Ereignisse im Iran berichtet. Deshalb habe ich gesterneine Beschwerdemail an die heute-Redaktion geschrieben. Nun ist Antwort da:

vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.

Anlass Ihres kritischen Appells zur politischen Situation in Iran ist die aktuelle Berichterstattung des ZDF nach der Präsidentschaftswahl, von der Sie mehr Aufklärung über die Situation im Lande erwarten. Ihre Empfehlungen sind aber vor allem an die Adresse der Politik gerichtet, denn ob das Fernsehen und andere Exponenten der öffentlichen Meinung die weitere Entwicklung beeinflussen können, erscheint zumindest zweifelhaft.

Die politischen und kulturellen Konsequenzen, die sich nach der Wahl für die Gesellschaft in Iran ergeben, werden auch weiter ein Thema unserer aktuellen Sendungen sein. Seit Tagen schon berichtet das ZDF über die Demonstrationen im Lande, den offenkundigen Widerstand der Opposition gegen das Wahlergebnis und darüber, das wohl auch Menschen zu Tode kamen. Wegen der bestehenden Nachrichtenblockade sind allerdings Netzwerke im Internet zurzeit beinahe die einzige Quelle und die damit verbundenen Informationen daher nicht verlässlich. Der Tod einer jungen Frau während einer Demonstration ist allerdings ein so tragisches Ereignis, das sich nach aller Wahrscheinlichkeit ereignet hat.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Reaktionen von außerhalb. Schlagwörter: . 4 Comments »

Nachtrag zum Qualitätsjournalismus des ZDF

Auch ich habe die Nachrichten im ZDF gesehen und bin richtig sauer. Leider fällt mir auch nichts besseres ein, als denen einen böse e-Mail zu schreiben und sich über deren Berichterstattung zu beschweren. Das ist Hilflosigkeit und den Menschen im Iran hilft es im Moment reichlich wenig. Trotzdem möchte ich es nicht versäumen, das Kontaktformular der Zuschauerredaktion von „heute“ zu verlinken.

Veröffentlicht in Aktiv werden!. Schlagwörter: , , . Leave a Comment »

Die ersten Videos

Die ersten youtube-Video zeigen den Krieg auf den Straßen Teherans. Die Islamische Republik zeigt nun ihr wahres Gesicht und geht mit unglaublicher Brutalität gegen die Demonstranten vor:

Einen Augenzeugenbericht kann man sich hier anhören.

Veröffentlicht in Videos, Vor Ort. Schlagwörter: . Leave a Comment »