Gegen den Al-Quds Tag in Wien!

Am 3. August 2013 wird der so genannte „Al-Quds-Tag“ zum wiederholten Mal auch in Wien stattfinden. Eingeführt wurde er 1979 nach der islamischen Revolution im Iran von Ayatollah Khomeini. Der „Tag zur Befreiung Jerusalems von der zionistischen Besatzung“, also die Propaganda zur Vernichtung Israels, sollte jährlich am Ende des Ramadans abgehalten werden. Eine von Mullahs angeführte, nach Geschlechtern getrennte Demonstration folgt diesem Ruf auch in Wien. Im Jargon des Friedens wird die Auslöschung Israels gefordert. Dabei wird die Fahne jener Organisation mitgeführt, die weltweit für zahlreiche tödliche Anschläge, insbesondere gegen Juden und Jüdinnen, verantwortlich ist: Die der Hisbollah.

Unter dem Deckmantel der „friedlichen Nutzung“ der Atomenergie wird in Teheran an jener Atombombe gearbeitet, die das Ende Israels besiegeln soll. Es waren und sind die europäischen Staaten und insbesondere Österreich, die durch ihre politische Kooperation in den letzten 30 Jahren und durch den fortgesetzten Handel mit dem iranischen Regime die Ajatollahs überhaupt in die Lage versetzen, ihr Atomprogramm, ihre Propaganda und die Repression gegen die Bevölkerung fortzusetzen.

Die Aggressionen des iranischen Regimes, das Konferenzen zur Leugnung des Holocausts veranstaltet und in Wien nicht nur mit seiner Botschaft, sondern auch durch deren „Kulturabteilung“ in der Schottenfeldgasse und durch die Imam Ali Moschee in der Mollardgasse präsent ist,  richten sich nicht nur gegen den jüdischen Staat. Betroffen vom blutigen Terror sind auch all jene Iraner und Iranerinnen, die sich der Reglementierung ihres Lebens durch das Regime zu entziehen versuchen – egal, ob es sich um politisch Aktive, Gewerkschafter, Homosexuelle, religiöse Minderheiten oder einfach nur Jugendliche handelt, die ihr Leben selbstbestimmt und ohne dem andauernden Zwang der Sharia leben wollen.

Gegen diese Unterdrückung des je einzelnen Lebensglücks entlud sich 2009 die angestaute Wut in Massenprotesten gegen das Regime. Millionen von Menschen brachten die „islamische Republik“ an den Rand einer Niederlage. Sie blamierten den staatlich organisierten Israelhass, indem sie die Parolen der Islamisten, die Israel den Tod wünschen, mit regimekritischen Parolen wie „Putin, Chávez, Nasrallah, ihr seid die wahren Feinde des Irans“ und „Weder Gaza (sprich: Hamas) noch der Libanon (sprich: Hisbollah), unser Leben für den Iran“ konterten und dem Regime mit Parolen wie „Marg Bar Jomhurriye Eslami“ („Nieder mit der islamischen Republik!“) eine Absage erteilten. Es war unter anderem dem Schweigen des Westens und dem damit einhergehenden Verrat an der iranischen Freiheitsbewegung geschuldet, dass die Diktatur der Ajatollahs diesen Protest überstand.

Neben den Revolutionswächtern war auch die Hisbollah maßgeblich an der mörderischen Aufstandsbekämpfung beteiligt. Die gelb-grüne Fahne der „Partei Gottes“ wird auch hierzulande auf den jährlichen Al-Quds-Aufmärschen mitgeführt. Die Hisbollah wurde in den 1980er-Jahren als Ableger der islamischen Revolution im Libanon unter massiver Mithilfe des Irans gegründet und wird bis heute vom Regime in Teheran finanziell unterstützt. Selbst nach dem Terroranschlag im bulgarischen Burgas 2012, dem fünf israelische Touristen und ein bulgarischer Busfahrer zum Opfer fielen, konnte sich die EU bisher nicht dazu durchringen, die Hisbollah auf die Liste terroristischer Organisationen zu setzten.

Das Bündnis „Gegen den Al-Quds Tag in Wien“ wird daher am 3. August gegen den islamistischen Propagandaaufmarsch in Wien in Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, demonstrieren und fordern:

Kein Al-Quds-Tag in Wien und anderswo! Solidarität mit der Freiheitsbewegung im Iran und der säkularen Opposition im Iran und im Exil! Solidarität mit Israel!
Hisbollah auf die EU-Terrorliste! Für schärfere und konsequente Sanktionen gegen das iranische Regime! Keine Geschäfte mit antisemitischen Regimes und Bewegungen!

Aus diesem Grund findet auch eine Veranstaltungsreihe statt, die eine Informationskampagne über einzelne Spezifika des iranischen Regimes sein soll.
Alle Veranstaltungen im Überblick:
https://www.facebook.com/events/532239996822766/
http://gegendenalqudstagwien.wordpress.com/veranstaltungskalender/

 

Bündnis gegen den Al Quds Tag  in Wien 2013
gegendenalqudstagwien.wordpress.com
facebook.com/gegendenalqudstaginwien

Aufrufende Gruppen: Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, Autonome Antifa Koroška/Kärnten, Basisgruppe Politikwissenschaft, B´nai B´rith – Zwi Perez Chajes Loge, Bund sozialdemokratischer Juden – AVODA, Café Critique, exsuperabilis.blogspot.com, Grüne & Alternative StudentInnen Wien, Hashomer Hatzair, Institutsgruppe Geschichte, Institutsgruppe Philosophie, Iranisches Frauennetzwerk Wien, Israelitische Kultusgemeinde Wien, Kommunistischer Student_innenverband Linke Liste, Kurdische Gesellschaft für Bildung, Integration und Kultur, Liberales Forum, LICRA-Österreich, Mideast Freedom Forum Berlin, Misrachi Österreich, Monochrom, Österreichisch-Israelische Gesellschaft, Plattform Moses Mendelssohn Synagoge, QueerHebrews, Queerograd, Referat für antifaschistische Gesellschaftskritik der ÖH Uni Wien, Republikanischer Club – Neues Österreich, SPME Austria, SPÖ Mariahilf, SPÖ Themensektion Hawikuah, STOP THE BOMB – Bündnis gegen das iranische Atomprogramm, WIZO – Women’s Inernational Zionist Organisation, Zionistische Föderation in Österreich. Weitere folgen noch.

Protest trotz Verbot

Received reports indicate that in accordance with International Worker’s Day (that is recognized on May 1st) a high volume of security is apparent in Tehran, especially in the central region.

A number of Iranian employers have threatened their staff with termination from their position if they decide to act in protest for International Worker’s Day.

Workers Gather in Protest after Labour Minister Speech in Mashad.

Buses Filled with Workers Stopped By Regime Forces, Man Badly Beaten.

Eine ausführliche Zusamenfassung der Ereignisse am 1. Mai  findet  sich auf A Street Journalist (mit Videos).

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World Press Photo 2009

Klagen in der Nacht: Iranische Frauen rufen ihren Protest von den Häuserdächern Teherans in die Dunkelheit. Fotograf Pietro Masturzo hielt die Szene fest. Es ist das beste Pressefoto des Jahres 2009, ausgezeichnet von einer internationalen Jury in Amsterdam

Hier gehts zum Foto.

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Aufstand der Geldscheine

Pressezensur, Internetsperren und elektronische Überwachung können die grüne Bewegung nicht zum Schweigen bringen, sondern fordern stattdessen die Kreativität der Menschen heraus. Subversive Sprüche auf unzähligen Banknoten sorgen  für eine weite Verbreitung oppositioneller Parolen und das mittlerweile in so großer Zahl, dass die Central Bank of Iran den Kampf gegen die Mini-Graffiti aufgegeben hat.  Hier finden sich einige schöne Beispiele für den pekuniären Protest der Iraner.

crossposted auf fdog

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13 Aban! Death to no one!

Morgen, am 4. November, dem 13 Aban nach dem iranischen Kalender, wird das Terrorregime in Teheran den 30. Jahrestag der Botschaftsbesetzung begehen. Ferngesteuerte Jubelperser werden wie so oft mit „Tod den USA“ auf den bärtigen Lippen durch die Straßen der Hauptstadt marschieren.

Doch auch die Opposition bereitet sich auf dieses Datum vor:

Initiatives to invite the public to attend 13 Aban rallies began well over a month ago. Web-based promotion included bulletins on Reformist news sites and posters circulated in social media, especially Facebook.  (…) Aware that Iran’s internet penetration rate hovers around 30 percent, efforts to spread the word in the physical world have included the distribution of flyers and writing Green 13 Aban! on billboards, walls, and money bills.

13. Aban. A day of respect for all nations. Death to no one!

 

 

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Der Fußball ist rund – das Regime ist eckig II. Standgerichte im Stadion

Die Angst des Regimes ist groß. Sehr groß. Am Freitag findet in Teheran ein wichtiges Fußballspiel statt; 100.000 Zuschauer im Stadion, Millionen an den Fernsehgeräten; Bassidji- und Polizeicamps sind rund um das Stadion am wachsen, zwei Drittel der Eintrittskarten sollen für den Sicherheitsapparat und herangekarrte Klaqueure des Regimes reserviert worden sein, im Stadion selbst werden während des Spiels zwei Richter für Schnellverurteilungen von Fußballfans bereit stehen, die Kritik an Ahmedinjad erkennen lassen.

This Friday there will be a soccer game in Azadi Stadium, Tehran’s largest (100,000 capacity) between Iran’s two most popular soccer teams (Esteghlal and Persepolis). For the first time in any sports games, there will be two Den Rest des Beitrags lesen »

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Argentinien lässt nicht locker

Angesichts der unglaublichen Dreistigkeit der iranischen Führung fast schon erstaunlich, dass Argentinien so beharrlich ist: Ahmadinejad hatte den geschäftsführenden argentinischen Gesandten in Teheran zum „Rapport“ einbestellen lassen, um ihm seinen Protest über die Einmischung in Innere Angelegenheiten (Ahmad Vahidi) des Iran mitzuteilen.

BUENOS AIRES (AFP) – Iran’s newly nominated defense minister „should be arrested“ for his alleged role in a 1994 Buenos Aires bombing that killed 85 people, Argentina’s top minister Anibal Fernandez said Monday.

The „red notice“ on Ahmad Vahidi approved in 2007 by Interpol’s general assembly makes his arrest „mandatory in any country,“ Cabinet Chief Fernandez told reporters.

Fernandez was reacting to Iran’s earlier summoning of Argentina’s charge d’affaires to protest criticism of the man wanted by Buenos Aires in connection with the Jewish community center bombing that killed 85 people and wounded 300.

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